Name Allāhs · Nr. 109

البديع

Al-Badīʿ

„Der Neuschöpfer“

auch: „Der Urheber“ · „Der beispiellos Erschaffende“

Anzahl im Qurʾān: 2x

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Inhalt

    Kein Fingerabdruck gleicht dem anderen. Al-Badīʿ erschafft Neues ohne Vorbild – niemand hat Ihm gezeigt, wie. Und Er braucht weder Mühe noch Material: „Wenn Er eine Sache beschließt, sagt Er nur ‚Sei!‘, und sie ist“ (Sure 2:117). Spannend: „Badīʿu s-samāwāti wa-l-arḍ“ steht genau zweimal im Qurʾān, beide Male als Antwort auf die Behauptung, Allāh ﷿ habe ein Kind. Aus derselben Wurzel kommt übrigens das Wort „bidʿa“, Neuerung.

    Bedeutung von Al-Badīʿ

    1. Ein „Sei!“ genügt.
    2. Aus der Sunna Der Prophet ﷺ hörte einen Mann beten: „Allāhumma innī asʾaluka bi-anna laka l-ḥamd, lā ilāha illā anta l-Mannān, badīʿu s-samāwāti wa-l-arḍ, yā Ḏa-l-Ǧalāli wa-l-Ikrām, yā Ḥayyu yā Qayyūm“ und sagte: Er hat Allāh bei Seinem größten Namen angerufen – wer so bittet, dem wird gegeben.

    Fortgeschrittene

    1. Sprachliche Wurzel b-d-ʿ
      Sie bedeutet: Etwas ohne Vorbild erschaffen.Im Arabischen bedeutet al-ibdāʿ: ibtidāʾ aš-šayʾ wa-ṣunʿuhū lā ʿan miṯāl – etwas ohne Vorbild beginnen und machen; al-iḫtirāʿ – Erfinden, NeuschaffenVerständnis der Araber:رَكِيٌّ بَدِيعٌrakiyyun badīʿ„Ein neu gegrabener Brunnen.“ Badīʿ ist das ganz Neue, das es vorher nicht gab.سِقَاءٌ بَدِيعٌsiqāʾun badīʿ„Ein neuer Wasserschlauch.“ Auch ein neuer Zügel heißt badīʿ: noch nie benutzt.فُلانٌ بِدْعٌ فِي هَذَا الأَمْرِfulānun bidʿun fī hāḏā l-amr„Er ist der Erste in dieser Sache.“ Bidʿ ist der, vor dem es keinen gab.Ibn Manẓūr, Lisān al-ʿArab, Wurzel b-d-ʿ; al-Ǧawharī, aṣ-Ṣiḥāḥ, Wurzel b-d-ʿ
    2. Im Zusammenhang „Badīʿu s-samāwāti wa-l-arḍ“ steht im Qurʾān genau zweimal – und beide Male als Antwort auf die Behauptung, Allāh habe ein Kind: „Wie sollte Er ein Kind haben, wo Er keine Gefährtin hat?“Die Lehre daraus: Wer Himmel und Erde ohne Vorbild hervorbringt, braucht keinen Nachkommen.

      Und sie (die Götzendiener, Juden und Christen) sagen: „Allāh hat sich einen Sohn genommen.“ Heilig und erhaben ist Er über das, was sie sagen! Vielmehr besitzt Er die Herrschaft über alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, alles Erschaffene ist Ihm in Demut ergeben.

      Sure 2:116
    3. Sprachliche Feinheit Aus derselben Wurzel b-d-ʿ kommt „bidʿa“ (Neuerung) und der Vers: „Sag: Ich bin keine Neuheit (bidʿ) unter den Gesandten.“Die Lehre daraus: Das wirklich Neue, das ohne Vorlage entsteht, gebührt allein dem Schöpfer – im Glauben folgt der Mensch dagegen dem Überlieferten.

      Sag (Gesandter Allāhs): „Ich bin nicht der erste Gesandte Allāhs (so dass ihr euch über meinen Aufruf an euch wundern könntet, sondern es gab schon viele Gesandte vor mir), und ich weiß nicht, was Er mit mir oder mit euch (auf Erden) tun wird. Ich folge nur dem, was mir offenbart wird und bin (für euch) nichts anderes als ein deutlicher Warner (vor Gottes Strafe).“

      Sure 46:9
    4. Im Zusammenhang Unmittelbar nach „Badīʿu s-samāwāti wa-l-arḍ“ folgt: „Wenn Er eine Sache beschließt, sagt Er nur ‚Sei!‘, und sie ist.“ Das Erschaffen ohne Vorbild geschieht auch ohne Mühe und ohne Material.

      Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde auf eine noch nie dagewesene Art und Weise. Wenn Er beschließt, dass etwas sein soll, so spricht Er nur: „Sei!“, und es ist.

      Sure 2:117

    Umsetzung im Alltag

    Al-Badīʿ zeigt sich überall, wenn du genau hinschaust. Das Nachdenken über die Schöpfung, Tafakkur, ist selbst eine Form der Anbetung. Jedes Ding ist ein Original von Ihm, auch du. Bleib heute einmal bewusst stehen – vor einem Baum, einer Wolke oder einem Blatt –, schau es eine Minute lang an und sag dann „Subḥāna llāh“.

    1. Sei kreativ im Guten.

    Sunna-Duʿāʾs beim Blick auf die Schöpfung

    • Nachts beim Aufwachen in den Himmel schauen und 3:190–191 lesen (al-Buḫārī, Muslim)
    • Bei Regen: „Allāhumma ṣayyiban nāfiʿā“ – lass ihn nützlich sein (al-Buḫārī 1032)
    • Beim Neumond: „Allāhumma ahillahū ʿalaynā bi-l-yumni wa-l-īmān …“ (at-Tirmiḏī 3451)
    • Bei Wind: um sein Gutes bitten, Zuflucht vor seinem Übel suchen (Muslim 899)

    Āyāt & Aḥādīṯ

    Die ersten beiden Verse zeigen, wer in der Schöpfung Zeichen sieht: die Verständigen, die über sie nachdenken. Der dritte fordert dich auf, auf die Kamele zu schauen. Und der erste Hadith zeigt den Unterschied: Erschaffen ohne Vorbild ist Seine Sache – in der Religion erfinden wir nichts Neues.

    1. Zeichen für die Verständigen

      Wahrlich, in der Erschaffung der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag liegen (auf Allāh und Sein Recht auf Anbetung hinweisende) Zeichen für die, die Verstand besitzen.

      Sure 3:190
    2. Nachdenken über die Schöpfung

      Es sind diejenigen, die Allāhs (beständig) gedenken, wenn sie stehen und wenn sie sitzen und wenn sie sich hinlegen, die über die Erschaffung von Himmel und Erde nachdenken (und sagen): „Unser Herr, Du hast all das nicht ohne Sinn und Zweck erschaffen! Erhaben bist Du (über solche Sinnlosigkeit)! So bewahre uns (durch Deine Unterstützung, indem wir Gutes tun und Schlechtes meiden) vor der Qual des Höllenfeuers!

      Sure 3:191
    3. Schaut auf die Kamele

      Betrachten sie denn nicht die Kamele (und denken darüber nach), wie sie beschaffen sind

      Sure 88:17
    4. Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde auf eine noch nie dagewesene Art und Weise. Wenn Er beschließt, dass etwas sein soll, so spricht Er nur: „Sei!“, und es ist.

      Sure 2:117
    5. der Erschaffer der Himmel und der Erde (auf unvergleichliche Weise)! Wie sollte Er ein Kind haben, wo Er doch niemals eine Gefährtin hatte, Er Selbst alles erschaffen hat und Er Wissen um alle Dinge besitzt?

      Sure 6:101

    Aḥādīṯ

    1. Der Prophet ﷺ sagte: „Wer in diese unsere Angelegenheit etwas Neues einführt, das nicht dazugehört, der wird zurückgewiesen.“al-Buḫārī 2697, Muslim 1718
    2. Der Prophet ﷺ sagte: „Allāh ﷿ war, und nichts war außer Ihm; Sein Thron war über dem Wasser. Er schrieb alles in das Register und erschuf die Himmel und die Erde.“Ṣaḥīḥ al-Bukhārī 3191
    3. Der Prophet ﷺ sagte: „Allāh ﷿ schrieb die Maße der Geschöpfe fünfzigtausend Jahre, bevor Er die Himmel und die Erde erschuf.“Ṣaḥīḥ Muslim 2653
    4. Der Prophet ﷺ sagte: „Das Erste, was Allāh ﷿ erschuf, war das Schreibrohr. Er sagte zu ihm: Schreibe! Es fragte: Mein Herr, was soll ich schreiben? Er sagte: Schreibe die Maße aller Dinge, bis die Stunde kommt.“Abū Dāwūd 4700 · ṣaḥīḥ
    5. Anas berichtet: der Prophet ﷺ hörte einen Mann bitten: „O Allāh, ich bitte Dich, denn Dir gebührt das Lob, es gibt keinen Gott außer Dir, al-Mannān, Badīʿ as-samāwāti wa-l-arḍ, yā Ḏa-l-Ǧalāli wa-l-Ikrām, yā Ḥayyu yā Qayyūm“ – und sagte, er habe Allāh mit Seinem gewaltigsten Namen angerufen.Abū Dāwūd 1495 (auch an-Nasāʾī, Ibn Māǧa) · ṣaḥīḥ (al-Albānī)

    Verwandte Namen

    Kategorie: Schöpfung und Leben · Alle Namen Allāhs

    Grundlage: Qurʾān und authentische Sunna, Erklärungen nach ʿAbd ar-Razzāq al-Badr, Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnā. Vereinfacht wiedergegeben.

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    Worauf wir uns stützen

    Quellen

    Grundlage sind der Qurʾān und die authentische Sunnah. Die Erklärungen stützen sich größtenteils auf „Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnā“ von Sheikh ʿAbd ar-Razzāq al-Badr, die Ideen für den Alltag zusätzlich auf „Weil Du Allāh bist“. Beide Bücher zitieren ihrerseits klassische Gelehrte wie Ibn al-Qayyim, as-Saʿdī und Ibn Taymiyya – diese Zitate sind hier mit aufgeführt.

    WerkAutorRolle
    Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnāفقه الأسماء الحسنىʿAbd ar-Razzāq al-BadrHauptquelle
    Weil Du Allāh bistلأنك اللهʿAlī Jābir al-FayfīIdeen für den Alltag
    Badāʾiʿ al-Fawāʾid · Madārij as-Sālikīnبدائع الفوائد · مدارج السالكينIbn al-Qayyimzitiert bei al-Badr
    Tafsīr as-Saʿdīتيسير الكريم الرحمنʿAbd ar-Raḥmān as-Saʿdīzitiert bei al-Badr
    Majmūʿ al-Fatāwāمجموع الفتاوىIbn Taymiyyazitiert bei al-Badr
    Tafsīr Ibn Kathīrتفسير القرآن العظيمIbn Kathīrzitiert bei al-Badr
    Al-Qawāʿid al-Muthlāالقواعد المثلىMuḥammad ibn Ṣāliḥ al-ʿUthaymīnergänzend

    Alle Texte auf dieser Seite sind eigene, vereinfachte Formulierungen. Qurʾān-Verse geben wir sinngemäß auf Deutsch wieder.

    Warum die Namen so wichtig sind

    Allāh liebt, wenn Seine Namen in uns sichtbar werden

    Wer Allāh ﷿ durch Seine Namen kennt, glaubt fester und handelt besser. Und Allāh ﷿ liebt es, wenn sich die Bedeutung Seiner Namen im Verhalten Seiner Diener zeigt:

    • Er ist schönund liebt das Schöne.
    • Er ist allwissendund liebt die Gelehrten.
    • Er ist großzügigund liebt die Großzügigen.
    • Er ist starkund der starke Gläubige ist Ihm lieber.
    • Er vergibtund liebt die, die vergeben.
    • Er ist dankbarund liebt die Dankbaren.
    • Er ist wahrhaftigund liebt die Wahrhaftigen.
    • Er ist gütig (Muḥsin)und liebt die, die Gutes tun (Muḥsinūn).
    • Er ist barmherzigund liebt die Barmherzigen.
    • Er bedeckt Fehlerund liebt die, die die Fehler anderer bedecken.
    • Er ist gerechtund liebt die Gerechtigkeit.

    Für deinen Alltag heißt das: Jeder Name ist auch eine Einladung. Wer Allāh ﷿ als den Barmherzigen kennt, wird selbst barmherziger – und kommt Ihm damit näher.

    Sinngemäß nach Sheikh ʿAbd ar-Razzāq al-Badr, „Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnā“ (فقه الأسماء الحسنى).

    Sprachliche Wurzel

    Bedeutung nach den Gelehrten

      Wirkung auf den Diener

        Verwandte Namen

        In eigenen Worten zusammengefasst – u. a. nach „Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnā“ (فقه الأسماء الحسنى) von ʿAbd ar-Razzāq al-Badr sowie Ibn al-Qayyim und as-Saʿdī.

        Aussagen der Gelehrten

          Sinngemäß zusammengefasst nach al-Badr, Ibn al-Qayyim und as-Saʿdī.

          Beispiel-Bittgebet

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