Name Allāhs · Nr. 42

الغني

Al-Ghaniyy

„Der Unbedürftige“

auch: „Der Reiche“ · „Der Bedürfnislose“

Anzahl im Qurʾān: 18x

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Inhalt

    Wenn du Spenden gibst, tust du Allāh ﷿ keinen Gefallen. Er braucht dein Geld nicht, dein Gebet nicht, dein Fasten nicht. Alles Gute, das du tust, landet bei dir selbst. Stell dir vor: Gäbe Er allen Menschen auf einmal alles, worum sie bitten, nähme das von Seinem Reichtum nur so viel weg wie eine Nadel, die man ins Meer taucht (Muslim 2577). Und dieser Reichtum ist nie geizig: Im Qurʾān steht al-Ghaniyy auffällig oft neben al-Ḥamīd, dem Lobenswürdigen. Er ist reich und gibt.

    Bedeutung von Al-Ghaniyy

    1. Aus der Sunna „Reichtum ist nicht die Menge an Gütern, sondern Reichtum ist der Reichtum der Seele.“Die Lehre daraus: Der Diener spiegelt den Namen al-Ġaniyy, indem er sein Herz von den Menschen unabhängig macht.

    Fortgeschrittene

    1. Sprachliche Wurzel ġ-n-y
      Sie bedeutet: Reichtum, Unabhängigkeit.Im Arabischen bedeutet al-ġinā: al-kifāya – Genügen, Auskommen; al-ġinā fī l-māl – Reichtum an BesitzVerständnis der Araber:الغانِيَةُ: المَرْأَةُal-ġāniya: al-marʾa„Die Ġāniya ist die Frau“, die laut den Erklärern durch ihr Elternhaus, ihren Mann oder ihre Schönheit nichts weiter braucht. Ġinā heißt: an nichts Bedarf haben.غَنِيَ القَوْمُ في دارِهِمْġaniya l-qawmu fī dārihim„Die Leute verweilten in ihrem Wohnort“, als bräuchten sie nichts anderes. Daher heißen Wohnstätten maġānī. Al-Ġaniyy ist auf niemanden angewiesen.Ibn Fāris, Maqāyīs al-Luġa, Wurzel ġ-n-y
    2. Paarung im Qurʾān Zehnmal steht al-Ġaniyy im Qurʾān zusammen mit al-Ḥamīd, etwa in: „O ihr Menschen, ihr seid die Bedürftigen gegenüber Allāh, und Allāh ist der Unbedürftige, der Lobenswürdige.“ Ein Reicher ist nicht immer lobenswert – Allāh ist beides zugleich.

      Ihr Menschen, ihr seid es, die ihr auf Allāh angewiesen seid, Allāh aber ist der Unabhängige und (immer) Lobenswürdige..

      Sure 35:15
    3. Einmalig im Qurʾān Nur einmal heißt es im Qurʾān „ġaniyyun ḥalīm“ – nach: „Ein freundliches Wort und Verzeihung sind besser als eine Spende, der Kränkung folgt.“Die Lehre daraus: Allāh braucht unsere Spende nicht, und Er ist nachsichtig – darum soll auch der Gebende nicht verletzen.

      Milde Worte (durch die man einen Gläubigen erfreut) und Vergebung sind besser als ein Almosen, dem Verletzungen (demjenigen gegenüber, an den sich das Almosen gerichtet hat) folgen. Allāh aber braucht (nichts und niemanden) und sanftmütig.

      Sure 2:263
    4. Einmalig im Qurʾān Ebenfalls nur einmal im Qurʾān: „ġaniyyun karīm“. Sulaimān sagt dies, als der Thron der Königin von Sabaʾ in einem Augenblick vor ihm steht: „Das ist von der Huld meines Herrn, um mich zu prüfen, ob ich dankbar bin … wer undankbar ist – mein Herr ist unbedürftig, edelmütig.“

      Derjenige, der Wissen aus der Schrift hatte, sagte: "Ich bringe ihn dir, bevor dein Blick zu dir zurückkehrt." Als er ihn unbeweglich bei sich stehen sah, sagte er: "Dies ist von der Huld meines Herrn, damit Er mich prüft, ob ich dankbar oder undankbar bin. Wer dankbar ist, der ist nur zu seinem eigenen Vorteil dankbar; wer aber undankbar ist - so ist mein Herr unbedürftig und freigebig

      Sure 27:40
    5. Am Vers-Ende Der Vers, der die Pilgerfahrt zur Pflicht macht, endet mit: „Und wer ungläubig ist – Allāh ist unbedürftig gegenüber den Weltenbewohnern.“ Ähnlich beim Einsatz auf Allāhs Weg: „Wer sich abmüht, müht sich für sich selbst.“Die Lehre daraus: Der Gottesdienst nützt dem Diener, nicht Allāh.

      Bei ihm sind deutliche Zeichen (seiner Erhabenheit) zu finden. So der Stein, auf dem Abraham einst stand (als er die Mauer der Ka ͑bah erbaute). Und (zu diesen Zeichen gehört auch, dass) wer es betritt, sicher ist (und inneren Frieden findet). So sind die Menschen Allāh gegenüber verpflichtet, die Pilgerfahrt zum Haus zu verrichten, sofern sie dazu imstande sind. Was aber die angeht, die nicht glauben (und darum die Pilgerfahrt nicht vollziehen) – wahrlich, Allāh bedarf der Welten nicht.

      Sure 3:97

    Umsetzung im Alltag

    Beim Regengebet sagte der Prophet ﷺ: „… der Unbedürftige, und wir sind die Bedürftigen.“ (Abū Dāwūd 1173). Bevor du heute einen Menschen um etwas bittest, bitte zuerst Allāh ﷿. Ein Satz reicht: „O Allāh, mach es mir leicht.“ Danach fragst du den Menschen, aber dein Herz hängt schon am Richtigen.

    1. Prahle nicht mit deinen guten Taten.
    2. Im Bittgebet Beim Regengebet sagte der Prophet ﷺ: „O Allāh, Du bist Allāh, es gibt keinen Gott außer Dir, der Unbedürftige (al-ġaniyy), und wir sind die Bedürftigen. Sende den Regen auf uns herab …“ Noch bevor er die Moschee erreichte, strömte das Wasser, und er lachte, als die Leute Schutz suchten.

    Innerer Reichtum – kurz gesagt

    • Reichtum ist nicht viel Besitz, sondern eine reiche Seele (al-Buḫārī 6446)
    • Schau auf die, die weniger haben – nicht auf die über dir (Muslim 2963)
    • Erfolgreich: wer Muslim ist, genug hat und zufrieden ist (Muslim 1054)
    • Die gebende Hand ist besser als die nehmende (al-Buḫārī 1427)
    • Alle Geschöpfe zusammen könnten Ihm weder nützen noch schaden (Muslim 2577)

    Āyāt & Aḥādīṯ

    Achte bei Sure 2:273 auf die Menschen, die man für reich hält, obwohl sie bedürftig sind – warum eigentlich? Der erste Ḥadīṯ liefert die Antwort: Reichtum ist der Reichtum der Seele. Und im letzten erfährst du, was du Allāh ﷿ niemals antun kannst – weder schaden noch nützen.

    1. Ihr seid es, die Allāhs ﷿ bedürftig sind

      Ihr Menschen, ihr seid es, die ihr auf Allāh angewiesen seid, Allāh aber ist der Unabhängige und (immer) Lobenswürdige..

      Sure 35:15
    2. Man hält sie für reich – sie betteln nicht

      (Die Spenden sollen) den Bedürftigen (gegeben werden), die sich zur Gänze dem Bemühen auf dem Weg Allāhs widmen und so daran gehindert werden, (auf der Suche nach Lebensunterhalt) auf Erden umherzureisen, werden von einem Unwissenden wegen ihrer Zurückhaltung für vermögend gehalten (weil sie keinen um ein Almosen anbetteln). Aber du kannst sie an ihren (äußeren) Merkmalen erkennen und daran, dass sie die Leute nicht aufdringlich bitten. Und was immer ihr an Gutem spendet, wahrlich, Allāh weiß es.

      Sure 2:273
    3. Milde Worte (durch die man einen Gläubigen erfreut) und Vergebung sind besser als ein Almosen, dem Verletzungen (demjenigen gegenüber, an den sich das Almosen gerichtet hat) folgen. Allāh aber braucht (nichts und niemanden) und sanftmütig.

      Sure 2:263
    4. Ihr, die ihr (an Allāh und Seine Gesandten) glaubt! Spendet von den guten Dingen, die ihr erworben habt und von dem, was Wir aus der Erde für euch hervorbringen. Und hegt dabei nicht die Absicht, nur das Schlechte davon zu spenden, das ihr selbst nicht nehmen würdet, ohne euren Blick angewidert davon abzuwenden. Und wisst, dass Allāh selbstgenügend ist (und daher weder euch noch eure Spenden braucht) und (von genug anderen) gelobt wird

      Sure 2:267
    5. Bei ihm sind deutliche Zeichen (seiner Erhabenheit) zu finden. So der Stein, auf dem Abraham einst stand (als er die Mauer der Ka ͑bah erbaute). Und (zu diesen Zeichen gehört auch, dass) wer es betritt, sicher ist (und inneren Frieden findet). So sind die Menschen Allāh gegenüber verpflichtet, die Pilgerfahrt zum Haus zu verrichten, sofern sie dazu imstande sind. Was aber die angeht, die nicht glauben (und darum die Pilgerfahrt nicht vollziehen) – wahrlich, Allāh bedarf der Welten nicht.

      Sure 3:97
    6. Allāh allein gehört alles, was in den Himmeln und auf Erden ist. Wir haben schon jene, denen vor euch ein Offenbarungsbuch zuteilwurde und auch euch, damit beauftragt, euch vor Allāh in Acht zu nehmen. Wenn ihr aber den Glauben verweigert glaubt (und diesen Auftrag somit nicht erfüllt), so gehört doch wahrlich alles in den Himmeln und auf Erden Allāh (weshalb ihr Ihm nicht schaden könnt): Allāh genügte Sich Selbst schon immer (und bedarf eurer nicht) und wird seit jeher gelobt.

      Sure 4:131
    7. Dein Herr ist der Unbedürftige (weshalb Ihm euer Unglaube nicht schadet) und (dennoch) voller Gnade: Wenn Er will, nimmt Er euch fort (indem Er euch vernichtet) und lässt auf euch folgen, wen immer Er will; genauso, wie Er euch aus der Nachkommenschaft anderer hervorgehen ließ (die vor euch lebten).

      Sure 6:133
    8. Sie sagen: "Allāh hat Sich Kinder genommen." Preis sei Ihm! Er ist der Unbedürftige. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Keine Ermächtigung habt ihr dafür. Wollt ihr über Allāh etwas sagen, was ihr nicht wißt

      Sure 10:68
    9. Und Musa sagte: "Wenn ihr undankbar seid, ihr und alle, die auf der Erde sind, so ist Allāh wahrlich Unbedürftig und Lobenswürdig

      Sure 14:8
    10. Ihm gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist; Allāh ist wahrlich der Unbedürftige und Lobenswürdige

      Sure 22:64
    11. Derjenige, der Wissen aus der Schrift hatte, sagte: "Ich bringe ihn dir, bevor dein Blick zu dir zurückkehrt." Als er ihn unbeweglich bei sich stehen sah, sagte er: "Dies ist von der Huld meines Herrn, damit Er mich prüft, ob ich dankbar oder undankbar bin. Wer dankbar ist, der ist nur zu seinem eigenen Vorteil dankbar; wer aber undankbar ist - so ist mein Herr unbedürftig und freigebig

      Sure 27:40
    12. Und wer sich abmüht, der müht sich nur zu seinem eigenen Vorteil ab, denn Allāh ist der Weltenbewohner fürwahr unbedürftig

      Sure 29:6

    Aḥādīṯ

    1. Der Prophet ﷺ sagte: „Reichtum ist nicht viel Besitz, sondern Reichtum ist der Reichtum der Seele.“al-Buḫārī 6446, Muslim 1051
    2. Der Prophet ﷺ sagte: „Allāhs ﷿ Hand ist voll; kein Ausgeben mindert sie, Er spendet Tag und Nacht. Seht ihr, was Er ausgegeben hat, seit Er Himmel und Erde erschuf? Es hat nicht gemindert, was in Seiner Hand ist.“al-Bukhārī 7419; Muslim 993
    3. Der Prophet ﷺ berichtet, dass Allāh ﷿ sagt: „O Meine Diener, ihr werdet niemals imstande sein, Mir zu schaden oder Mir zu nützen.“Muslim 2577
    4. Im Regenbittgebet sprach der Prophet ﷺ: „O Allāh, Du bist Allāh … Du bist al-Ġaniyy, und wir sind die Bedürftigen; sende uns Regen herab.“Abū Dāwūd 1173 · ḥasan (al-Albānī)

    Aussagen der Gelehrten

    „Die Armut ist eine untrennbare Eigenschaft meines Wesens, für immer – so wie der Reichtum für immer eine Eigenschaft Seines Wesens ist.“
    Ibn Taymiyya (Gedicht) · zitiert bei Ibn al-Qayyim, Madārij as-Sālikīn (Manzilat al-Faqr)

    Verwandte Namen

    Kategorie: Einheit und Vollkommenheit · Alle Namen Allāhs

    Grundlage: Qurʾān und authentische Sunna, Erklärungen nach ʿAbd ar-Razzāq al-Badr, Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnā. Vereinfacht wiedergegeben.

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    Worauf wir uns stützen

    Quellen

    Grundlage sind der Qurʾān und die authentische Sunnah. Die Erklärungen stützen sich größtenteils auf „Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnā“ von Sheikh ʿAbd ar-Razzāq al-Badr, die Ideen für den Alltag zusätzlich auf „Weil Du Allāh bist“. Beide Bücher zitieren ihrerseits klassische Gelehrte wie Ibn al-Qayyim, as-Saʿdī und Ibn Taymiyya – diese Zitate sind hier mit aufgeführt.

    WerkAutorRolle
    Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnāفقه الأسماء الحسنىʿAbd ar-Razzāq al-BadrHauptquelle
    Weil Du Allāh bistلأنك اللهʿAlī Jābir al-FayfīIdeen für den Alltag
    Badāʾiʿ al-Fawāʾid · Madārij as-Sālikīnبدائع الفوائد · مدارج السالكينIbn al-Qayyimzitiert bei al-Badr
    Tafsīr as-Saʿdīتيسير الكريم الرحمنʿAbd ar-Raḥmān as-Saʿdīzitiert bei al-Badr
    Majmūʿ al-Fatāwāمجموع الفتاوىIbn Taymiyyazitiert bei al-Badr
    Tafsīr Ibn Kathīrتفسير القرآن العظيمIbn Kathīrzitiert bei al-Badr
    Al-Qawāʿid al-Muthlāالقواعد المثلىMuḥammad ibn Ṣāliḥ al-ʿUthaymīnergänzend

    Alle Texte auf dieser Seite sind eigene, vereinfachte Formulierungen. Qurʾān-Verse geben wir sinngemäß auf Deutsch wieder.

    Warum die Namen so wichtig sind

    Allāh liebt, wenn Seine Namen in uns sichtbar werden

    Wer Allāh ﷿ durch Seine Namen kennt, glaubt fester und handelt besser. Und Allāh ﷿ liebt es, wenn sich die Bedeutung Seiner Namen im Verhalten Seiner Diener zeigt:

    • Er ist schönund liebt das Schöne.
    • Er ist allwissendund liebt die Gelehrten.
    • Er ist großzügigund liebt die Großzügigen.
    • Er ist starkund der starke Gläubige ist Ihm lieber.
    • Er vergibtund liebt die, die vergeben.
    • Er ist dankbarund liebt die Dankbaren.
    • Er ist wahrhaftigund liebt die Wahrhaftigen.
    • Er ist gütig (Muḥsin)und liebt die, die Gutes tun (Muḥsinūn).
    • Er ist barmherzigund liebt die Barmherzigen.
    • Er bedeckt Fehlerund liebt die, die die Fehler anderer bedecken.
    • Er ist gerechtund liebt die Gerechtigkeit.

    Für deinen Alltag heißt das: Jeder Name ist auch eine Einladung. Wer Allāh ﷿ als den Barmherzigen kennt, wird selbst barmherziger – und kommt Ihm damit näher.

    Sinngemäß nach Sheikh ʿAbd ar-Razzāq al-Badr, „Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnā“ (فقه الأسماء الحسنى).

    Sprachliche Wurzel

    Bedeutung nach den Gelehrten

      Wirkung auf den Diener

        Verwandte Namen

        In eigenen Worten zusammengefasst – u. a. nach „Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnā“ (فقه الأسماء الحسنى) von ʿAbd ar-Razzāq al-Badr sowie Ibn al-Qayyim und as-Saʿdī.

        Aussagen der Gelehrten

          Sinngemäß zusammengefasst nach al-Badr, Ibn al-Qayyim und as-Saʿdī.

          Beispiel-Bittgebet

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