Allāh ﷿ erschuf uns, damit wir Ihn kennen und Ihm dienen.Allāh ﷿ nennt im Qurʾān zwei Ziele der Schöpfung. Das erste ist, Ihn zu kennen: „… damit ihr wisst, dass Allāh zu allem fähig ist und alles mit Wissen umfasst“ (Sure 65:12). Das zweite ist, Ihm zu dienen: „Ich habe die Dschinn und die Menschen nur erschaffen, damit sie Mir dienen“ (Sure 51:56).
Im Qurʾān erwähnt Allāh ﷿ Seine Namen öfter als das Paradies und seine Freuden.Ibn Taymiyya bemerkte: Allāhs ﷿ Namen und Eigenschaften werden im Qurʾān öfter erwähnt als Essen, Trinken und die Freuden des Paradieses.
Allāh ﷿ ist barmherziger zu dir als eine Mutter zu ihrem Kind.Nach einer Schlacht suchte eine Mutter verzweifelt ihr Kind. Als sie es fand, drückte sie es an sich und stillte es. Da sagte der Prophet ﷺ sinngemäß: Allāh ﷿ ist barmherziger zu Seinen Dienern als diese Frau zu ihrem Kind.al-Bukhārī 5999, Muslim 2754
Wenn du Spenden gibst, tust du Allāh ﷿ keinen Gefallen. Er braucht dein Geld nicht, dein Gebet nicht, dein Fasten nicht. Alles Gute, das du tust, landet bei dir selbst. Stell dir vor: Gäbe Er allen Menschen auf einmal alles, worum sie bitten, nähme das von Seinem Reichtum nur so viel weg wie eine Nadel, die man ins Meer taucht (Muslim 2577). Und dieser Reichtum ist nie geizig: Im Qurʾān steht al-Ghaniyy auffällig oft neben al-Ḥamīd, dem Lobenswürdigen. Er ist reich und gibt.
Bedeutung von Al-Ghaniyy
Aus der Sunna „Reichtum ist nicht die Menge an Gütern, sondern Reichtum ist der Reichtum der Seele.“Die Lehre daraus: Der Diener spiegelt den Namen al-Ġaniyy, indem er sein Herz von den Menschen unabhängig macht.
Fortgeschrittene
Sprachliche Wurzel ġ-n-y Sie bedeutet: Reichtum, Unabhängigkeit.Im Arabischen bedeutet al-ġinā: al-kifāya – Genügen, Auskommen; al-ġinā fī l-māl – Reichtum an BesitzVerständnis der Araber:الغانِيَةُ: المَرْأَةُal-ġāniya: al-marʾa„Die Ġāniya ist die Frau“, die laut den Erklärern durch ihr Elternhaus, ihren Mann oder ihre Schönheit nichts weiter braucht. Ġinā heißt: an nichts Bedarf haben.غَنِيَ القَوْمُ في دارِهِمْġaniya l-qawmu fī dārihim„Die Leute verweilten in ihrem Wohnort“, als bräuchten sie nichts anderes. Daher heißen Wohnstätten maġānī. Al-Ġaniyy ist auf niemanden angewiesen.Ibn Fāris, Maqāyīs al-Luġa, Wurzel ġ-n-y
Paarung im Qurʾān Zehnmal steht al-Ġaniyy im Qurʾān zusammen mit al-Ḥamīd, etwa in: „O ihr Menschen, ihr seid die Bedürftigen gegenüber Allāh, und Allāh ist der Unbedürftige, der Lobenswürdige.“ Ein Reicher ist nicht immer lobenswert – Allāh ist beides zugleich.
Ihr Menschen, ihr seid es, die ihr auf Allāh angewiesen seid, Allāh aber ist der Unabhängige und (immer) Lobenswürdige..
Sure 35:15
Einmalig im Qurʾān Nur einmal heißt es im Qurʾān „ġaniyyun ḥalīm“ – nach: „Ein freundliches Wort und Verzeihung sind besser als eine Spende, der Kränkung folgt.“Die Lehre daraus: Allāh braucht unsere Spende nicht, und Er ist nachsichtig – darum soll auch der Gebende nicht verletzen.
Milde Worte (durch die man einen Gläubigen erfreut) und Vergebung sind besser als ein Almosen, dem Verletzungen (demjenigen gegenüber, an den sich das Almosen gerichtet hat) folgen. Allāh aber braucht (nichts und niemanden) und sanftmütig.
Sure 2:263
Einmalig im Qurʾān Ebenfalls nur einmal im Qurʾān: „ġaniyyun karīm“. Sulaimān sagt dies, als der Thron der Königin von Sabaʾ in einem Augenblick vor ihm steht: „Das ist von der Huld meines Herrn, um mich zu prüfen, ob ich dankbar bin … wer undankbar ist – mein Herr ist unbedürftig, edelmütig.“
Derjenige, der Wissen aus der Schrift hatte, sagte: "Ich bringe ihn dir, bevor dein Blick zu dir zurückkehrt." Als er ihn unbeweglich bei sich stehen sah, sagte er: "Dies ist von der Huld meines Herrn, damit Er mich prüft, ob ich dankbar oder undankbar bin. Wer dankbar ist, der ist nur zu seinem eigenen Vorteil dankbar; wer aber undankbar ist - so ist mein Herr unbedürftig und freigebig
Sure 27:40
Am Vers-Ende Der Vers, der die Pilgerfahrt zur Pflicht macht, endet mit: „Und wer ungläubig ist – Allāh ist unbedürftig gegenüber den Weltenbewohnern.“ Ähnlich beim Einsatz auf Allāhs Weg: „Wer sich abmüht, müht sich für sich selbst.“Die Lehre daraus: Der Gottesdienst nützt dem Diener, nicht Allāh.
Bei ihm sind deutliche Zeichen (seiner Erhabenheit) zu finden. So der Stein, auf dem Abraham einst stand (als er die Mauer der Ka ͑bah erbaute). Und (zu diesen Zeichen gehört auch, dass) wer es betritt, sicher ist (und inneren Frieden findet). So sind die Menschen Allāh gegenüber verpflichtet, die Pilgerfahrt zum Haus zu verrichten, sofern sie dazu imstande sind. Was aber die angeht, die nicht glauben (und darum die Pilgerfahrt nicht vollziehen) – wahrlich, Allāh bedarf der Welten nicht.
Sure 3:97
Umsetzung im Alltag
Beim Regengebet sagte der Prophet ﷺ: „… der Unbedürftige, und wir sind die Bedürftigen.“ (Abū Dāwūd 1173). Bevor du heute einen Menschen um etwas bittest, bitte zuerst Allāh ﷿. Ein Satz reicht: „O Allāh, mach es mir leicht.“ Danach fragst du den Menschen, aber dein Herz hängt schon am Richtigen.
Prahle nicht mit deinen guten Taten.
Im Bittgebet Beim Regengebet sagte der Prophet ﷺ: „O Allāh, Du bist Allāh, es gibt keinen Gott außer Dir, der Unbedürftige (al-ġaniyy), und wir sind die Bedürftigen. Sende den Regen auf uns herab …“ Noch bevor er die Moschee erreichte, strömte das Wasser, und er lachte, als die Leute Schutz suchten.
Innerer Reichtum – kurz gesagt
Reichtum ist nicht viel Besitz, sondern eine reiche Seele (al-Buḫārī 6446)
Schau auf die, die weniger haben – nicht auf die über dir (Muslim 2963)
Erfolgreich: wer Muslim ist, genug hat und zufrieden ist (Muslim 1054)
Die gebende Hand ist besser als die nehmende (al-Buḫārī 1427)
Alle Geschöpfe zusammen könnten Ihm weder nützen noch schaden (Muslim 2577)
Āyāt & Aḥādīṯ
Achte bei Sure 2:273 auf die Menschen, die man für reich hält, obwohl sie bedürftig sind – warum eigentlich? Der erste Ḥadīṯ liefert die Antwort: Reichtum ist der Reichtum der Seele. Und im letzten erfährst du, was du Allāh ﷿ niemals antun kannst – weder schaden noch nützen.
Ihr seid es, die Allāhs ﷿ bedürftig sind
Ihr Menschen, ihr seid es, die ihr auf Allāh angewiesen seid, Allāh aber ist der Unabhängige und (immer) Lobenswürdige..
Sure 35:15
Man hält sie für reich – sie betteln nicht
(Die Spenden sollen) den Bedürftigen (gegeben werden), die sich zur Gänze dem Bemühen auf dem Weg Allāhs widmen und so daran gehindert werden, (auf der Suche nach Lebensunterhalt) auf Erden umherzureisen, werden von einem Unwissenden wegen ihrer Zurückhaltung für vermögend gehalten (weil sie keinen um ein Almosen anbetteln). Aber du kannst sie an ihren (äußeren) Merkmalen erkennen und daran, dass sie die Leute nicht aufdringlich bitten. Und was immer ihr an Gutem spendet, wahrlich, Allāh weiß es.
Sure 2:273
Milde Worte (durch die man einen Gläubigen erfreut) und Vergebung sind besser als ein Almosen, dem Verletzungen (demjenigen gegenüber, an den sich das Almosen gerichtet hat) folgen. Allāh aber braucht (nichts und niemanden) und sanftmütig.
Sure 2:263
Ihr, die ihr (an Allāh und Seine Gesandten) glaubt! Spendet von den guten Dingen, die ihr erworben habt und von dem, was Wir aus der Erde für euch hervorbringen. Und hegt dabei nicht die Absicht, nur das Schlechte davon zu spenden, das ihr selbst nicht nehmen würdet, ohne euren Blick angewidert davon abzuwenden. Und wisst, dass Allāh selbstgenügend ist (und daher weder euch noch eure Spenden braucht) und (von genug anderen) gelobt wird
Sure 2:267
Bei ihm sind deutliche Zeichen (seiner Erhabenheit) zu finden. So der Stein, auf dem Abraham einst stand (als er die Mauer der Ka ͑bah erbaute). Und (zu diesen Zeichen gehört auch, dass) wer es betritt, sicher ist (und inneren Frieden findet). So sind die Menschen Allāh gegenüber verpflichtet, die Pilgerfahrt zum Haus zu verrichten, sofern sie dazu imstande sind. Was aber die angeht, die nicht glauben (und darum die Pilgerfahrt nicht vollziehen) – wahrlich, Allāh bedarf der Welten nicht.
Sure 3:97
Allāh allein gehört alles, was in den Himmeln und auf Erden ist. Wir haben schon jene, denen vor euch ein Offenbarungsbuch zuteilwurde und auch euch, damit beauftragt, euch vor Allāh in Acht zu nehmen. Wenn ihr aber den Glauben verweigert glaubt (und diesen Auftrag somit nicht erfüllt), so gehört doch wahrlich alles in den Himmeln und auf Erden Allāh (weshalb ihr Ihm nicht schaden könnt): Allāh genügte Sich Selbst schon immer (und bedarf eurer nicht) und wird seit jeher gelobt.
Sure 4:131
Dein Herr ist der Unbedürftige (weshalb Ihm euer Unglaube nicht schadet) und (dennoch) voller Gnade: Wenn Er will, nimmt Er euch fort (indem Er euch vernichtet) und lässt auf euch folgen, wen immer Er will; genauso, wie Er euch aus der Nachkommenschaft anderer hervorgehen ließ (die vor euch lebten).
Sure 6:133
Sie sagen: "Allāh hat Sich Kinder genommen." Preis sei Ihm! Er ist der Unbedürftige. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Keine Ermächtigung habt ihr dafür. Wollt ihr über Allāh etwas sagen, was ihr nicht wißt
Sure 10:68
Und Musa sagte: "Wenn ihr undankbar seid, ihr und alle, die auf der Erde sind, so ist Allāh wahrlich Unbedürftig und Lobenswürdig
Sure 14:8
Ihm gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist; Allāh ist wahrlich der Unbedürftige und Lobenswürdige
Sure 22:64
Derjenige, der Wissen aus der Schrift hatte, sagte: "Ich bringe ihn dir, bevor dein Blick zu dir zurückkehrt." Als er ihn unbeweglich bei sich stehen sah, sagte er: "Dies ist von der Huld meines Herrn, damit Er mich prüft, ob ich dankbar oder undankbar bin. Wer dankbar ist, der ist nur zu seinem eigenen Vorteil dankbar; wer aber undankbar ist - so ist mein Herr unbedürftig und freigebig
Sure 27:40
Und wer sich abmüht, der müht sich nur zu seinem eigenen Vorteil ab, denn Allāh ist der Weltenbewohner fürwahr unbedürftig
Sure 29:6
Aḥādīṯ
Der Prophet ﷺ sagte: „Reichtum ist nicht viel Besitz, sondern Reichtum ist der Reichtum der Seele.“al-Buḫārī 6446, Muslim 1051
Der Prophet ﷺ sagte: „Allāhs ﷿ Hand ist voll; kein Ausgeben mindert sie, Er spendet Tag und Nacht. Seht ihr, was Er ausgegeben hat, seit Er Himmel und Erde erschuf? Es hat nicht gemindert, was in Seiner Hand ist.“al-Bukhārī 7419; Muslim 993
Der Prophet ﷺ berichtet, dass Allāh ﷿ sagt: „O Meine Diener, ihr werdet niemals imstande sein, Mir zu schaden oder Mir zu nützen.“Muslim 2577
Im Regenbittgebet sprach der Prophet ﷺ: „O Allāh, Du bist Allāh … Du bist al-Ġaniyy, und wir sind die Bedürftigen; sende uns Regen herab.“Abū Dāwūd 1173 · ḥasan (al-Albānī)
Aussagen der Gelehrten
„Die Armut ist eine untrennbare Eigenschaft meines Wesens, für immer – so wie der Reichtum für immer eine Eigenschaft Seines Wesens ist.“
Ibn Taymiyya (Gedicht) · zitiert bei Ibn al-Qayyim, Madārij as-Sālikīn (Manzilat al-Faqr)
Grundlage: Qurʾān und authentische Sunna, Erklärungen nach ʿAbd ar-Razzāq al-Badr, Fiqh al-Asmāʾ al-Ḥusnā. Vereinfacht wiedergegeben.
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